Waldorfabschlüsse

Die Freie Waldorfschule Freiburg St. Georgen bietet ein breites Spektrum der Schulabschlüsse ab. Welcher Abschluss angestrebt wird, wird nicht bereits nach den ersten vier Schuljahren festgelegt, sondern entscheidet sich nach und nach im "Gehen".

Das Leben ist eine Schule.
Wohl dem, der die Prüfung besteht.

Rudolf Steiner

Waldorfabschluss

Die zwölfjährige Waldorfschulzeit führt zum Waldorfabschlusszeugnis. In seiner individuellen und ausführlichen Art vermittelt es ein differenziertes Bild der Leistungen und Persönlichkeit des jungen Menschen. Ein ausführliches Gutachten für das individuell gewählte Thema der Jahresarbeit und eine Beurteilung der künstlerischen sowie sozialen Leistungen im Klassenspiel kommen hinzu. Wenn gewünscht, kann jede Schülerin/jeder Schüler zusätzlich ein reines Notenzeugnis erhalten.

Fachhochschulreife

Die Fachhochschulreife entspricht vom Gesamtcharakter des Prüfungsmodus her weitgehend unseren Vorstellungen einer Waldorfabschlussprüfung, da neben den schriftlichen und mündlichen Prüfungen dem praktischen Teil, d. h. der Erstellung eines Werkstücks und den handwerklichen Fähigkeiten und Kenntnissen, ein beträchtlicher Stellenwert innerhalb des Prüfungsablaufs zukommt. Zudem finden einige Ergebnisse aus der 12. Klasse Eingang in die Prüfungsleistung. Bei der Durchführung dieser Prüfung und des Abiturs kooperieren die Freiburger Waldorfschulen seit Jahren erfolgreich.

Abitur

Das Abitur wird an unserer Schule von bis zu drei Vierteln der Schüler/innen eines Jahrgangs abgelegt. Das Abitur an Waldorfschulen ist von den schriftlichen Aufgaben und Anforderungen her mit dem gymnasialen Zentral-Abitur identisch, erfolgt jedoch nach einer speziellen erweiterten Prüfungsordnung. Vorleistungen der Klassen 12 und 13 gehen im Unterschied zu den Gymnasien nur wenig in die Prüfungsleistung ein in Form der schulintern durchgeführten Sprachkompetenzprüfungen in den Fremdsprachen. Ansonsten handelt sich um eine ausschließliche Endprüfung in acht Fächern.
Auch ein Absolvent des Realschulabschlusses kann nahtlos ins 13. Schuljahr und die Abiturvorbereitung wechseln, wenn er seine Prüfung mit einem Gesamtdurchschnitt von 2,0 oder besser abgeschlossen hat.

Realschulabschluss

Die Realschulabschlussprüfung (Mittlere Reife ) wird durch eine staatliche Prüfung in vier Fächern (Deutsch, Fremdsprache, Mathematik, fächerübergreifende Kompetenzprüfung) erworben. Die schriftlichen Arbeiten in den ersten beiden Fächern sind identisch mit den zentralen Aufgaben des Kultusministeriums. In Mathematik wird teilweise der Waldorflehrplan berücksichtigt. Die Schüler/innen haben die Aufgabe, sich während des Jahres in Gruppen zu einem selbst gewählten Thema aus zwei Fachbereichen heraus eine Präsentation und fundiertes Wissen zu erarbeiten, welches auf dem Stoff der letzten vier Schuljahre basiert. Um die Klassen nicht zu früh auseinanderzureißen und um Einschränkungen des auf zwölf Jahre konzipierten Waldorflehrplans durch spezielle Prüfungsvorbereitungen möglichst gering zu halten, wird die Mittlere Reife erst in der Klasse 12 durchgeführt.

Hauptschulabschluss

Den Hauptschulabschluss kann jede Schülerin/jeder Schüler frühestens nach Beendigung der Klasse 9 erhalten. Der Antrag dazu wird mit bewerteten Klassenarbeiten in Deutsch, einer Fremdsprache und Mathematik sowie dem Waldorfzeugnis und dem daraus festgelegten Notenzeugnis an das Staatliche Schulamt geschickt. Sind die Leistungen im Schnitt auf einem ausreichenden Niveau, wird die Gleichwertigkeit des Waldorfzeugnisses mit dem Hauptschulabschluss festgestellt und vom Schulamt schriftlich dokumentiert.